Social Media Detox

Ein Wochenende ohne Handy! – früher unvorstellbar für mich. Ich habe es nicht geschafft auch nur eine Stunde ohne Handy auszuhalten. Alle fünf Minuten einen Klick auf den Home-Button, um zu schauen ob auch ja einige Benachrichtigungen eingegangen sind. Nicht mal im Bus konnte ich es 2 Stunden aushalten ohne mein Handy in der Hand zu halten.

Ich gebe zu, ich bin schon ein bisschen süchtig. Zu sehen, dass Leute meine Beiträge anschauen, einen Like dalassen oder sogar einen Follow. Es hat mich einfach glücklich gemacht und dabei habe ich einfach vergessen, dass das nicht die Realität ist. Eigentlich kennt man sich kaum, zeigt nur die schönen Momente aus dem Leben und versinkt komplett in einer Scheinwelt. Einer Welt, die es eigentlich nicht gibt.

Ich habe Freundschaften vernachlässigt, bin am Wochenende extra früher aufgestanden oder habe sogar meine Ausbildung hinten angestellt, nur um Kontent zu produzieren, aktiv zu sein und weiterhin im Gespräch zu bleiben.

Bis einfach kürzlich alles über mich hereingebrochen ist. Ich habe es einfach nicht mehr geschafft. Arbeiten, Uni und dann auch noch das „richtige Leben“ unter einen Hut zu bekommen. Vor Allem weil meine Rangordnung, definitiv nicht gesund war. Social Media first war die Devise.

Aber, wie kam es nun zu dem Break Down?

Ich wurde öfters blockiert auf Instagram, wurde sogar geshadowbanned (obwohl Instagram diese ban Funktion abstreitet) und habe einfach gemerkt, dass je mehr Input ich gebe und je mehr ich mich auch bemühe umso weniger bekomme ich heraus. Follower gingen und Likes fielen in den Keller. Ich hatte Angst die App auch nur zu starten, da ich sofort mindestens 10 Follower verloren habe. Ich war einfach nur mehr frustriert. Wollte nicht mehr und habe sogar deswegen zu weinen begonnen. Das war der Punkt, an dem mir sowohl meine Mama, als auch mein Freund, klar gemacht haben: Nina, so kann das nicht mehr weiter gehen. Mach doch mal eine Pause!

Gesagt, getan!

Gut, dass hört sich jetzt so an, als wäre es mir so leicht gefallen. Ganz im Gegenteil. Ich habe mich abgemeldet, die App gelöscht und meinem Freund das Handy übers Wochenende zum verwahren gegeben. Er hat es schön in einer Lade versteckt, damit ich auch wirklich ja nichts machen kann. Ich dachte mir, wenn schon Social Media Detox, dann richtig. Kein Instagram, Facebook, Pinterest und Co. Ein ganzes Wochenende ohne Handy oder Laptop.

Ich meine gut, zugegeben ich braucht mein Handy zum Telefonieren, ansonsten hätte ich große Probleme gehabt meinen Vater am Wochenende zu finden. Briefe kommen ja leider nicht so schnell an.

Aber nun zurück zum Thema. Was ist nun mein Fazit? Wie schlimm waren die zwei Tage wirklich?

Mein Fazit

Ich bin wirklich überrascht wie einfach es sein kann. Ich habe wirklich kaum daran gedacht schnell mal mein Handy zu checken und habe es auch überhaupt nicht vermisst schnell mal nachzuschauen was sich so auf Instagram über den Tag getan hat. Ich war sogar richtig froh, dass ich mal nicht in einen Bildschirm gestarrt habe, sondern richtige Unterhaltungen geführt habe. Unterhaltungen ohne nebenbei aufs Handy zu linsen, weil ja sicher was passiert ist während man mal 5 Minuten das Handy nicht in der Hand hat. Ich konnte die ganze Zeit geistig voll da sein für meine Familie und meinen Freund. Es war richtig toll. Draußen zu sein und die Natur in sich aufzusaugen, ohne mal schnell ein Foto zu machen, weil es ja für die Story interessant sein könnte. Meinen Kaffee zu genießen bevor er kalt wird, weil ich noch nicht das richtige Foto von ihm geschossen habe und das wichtigste mir keine Gedanken darum zu machen ob und was ich am nächsten Tag posten werde und mit welcher Caption. Auch die Anzahl der Follower war mir schnurz-piep-egal. Ich kann es wirklich nur jedem raten, einfach mal eine Auszeit. Ich habe ja gedacht, eine Welt wird dann am Montag über mich hereinbrechen. Aber seht an ich lebe noch, bin glücklicher und mache mir seither viel weniger Gedanken darum. Ich nutze die App nun wie sie mir Spaß macht, nicht mehr zwanghaft. Ich werde mir auf alle Fälle nun öfter genauso eine Auszeit nehmen. Einfach wieder mehr in der Realität Leben anstelle von der virtuellen Welt.

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